Sport in Selm

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+++Das Thema Sport in Selm+++
 
Gestern, am 29.07.2020, waren alle 6 Bürgermeisterkandidaten zu einer Gesprächsrunde beim Stadtsportverband Selm eingeladen. Dieser Verband ist der Dachverband aller Selmer Sportvereine. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank für die Einladung. Ich fand auch das Konzept, dies unter Ausschluss der Öffentlichkeit, nicht nur wegen Corona, angebracht, sondern auch das Motiv des Verbandes. so alle Kandidaten ohne Wahlkampf zu Ihren Einstellungen befragen zu können.
Ich fand die Vorstellung des Verbandes, sein Wirken und vor allem seine Entwicklung in den letzten Jahren sehr beeindruckend. Auch gebührt der Stadt Selm hier ein Lob, da nach Auskunft vom vorsitzenden, Michael Merten, sich die Zusammenarbeit mit dieser immer weiter und positiver entwickelt hat. So ist natürlich die Frage vom Vorsitzenden an die Kandidaten berechtigt, ob man bereit sei, das bisher erreichte und diese positive Entwicklung fortzusetzen. Ich denke mal, dass Herr Merten diese Zusage von allen bekommen hat.
Ich habe mich im Vorfeld zu diesem Termin mit vielen Bürgern über das Thema Sport unterhalten und über das Thema Vereinssport insbesondere mit Mitgliedern aus diversen Vereinen und möchte einfach mal die Resonanz aus diesen Gesprächen wiedergeben und den Bereich Sport unterteilen, in allgemeine Möglichkeiten, Schul- und Vereinssport.
1. Allgemeiner Sport
Außerhalb des Vereinssports habe ich sehr häufig zu hören bekommen, dass die Sportanlagen doch eingezäumt sind, um so gegen “fremde” Nutzung abgegrenzt zu werden. Es wurde bemängelt, dass viele “freie” Sportplätze immer mehr Baugebieten zum Opfer fallen, z.B. Sportplatz an der Bahnhofstr in Bork oder am jetzigen ´”Campus”.
Bolzplätze für Kinder und Jugendliche seine oft in marodem Zustand und werden, wenn überhaupt, nur notdürftig gepflegt. Auch wurde in diesem Zusammenhang des öfteren erwähnt, dass öffentliche Spielplätze verschwinden, bzw. in Wohnsiedlungen integriert werden, mit dem Hinweisschild ausgewiesen nur für die “Nachbarschaft”.
2. Schulsport
Im Bereich des Schulsportes sei es doch so, dass immer mehr Sporthallen der Abrissbirne zum Opfer fallen (Pestalozzi-, Overbergschule, Ludgerieschule in Planung?) Dagegen steht die Vielzahl an Schulen in Selm, bork und Cappenberg und es stellt sich die Frage nach der Durchführbarkeit von “regulärem” Schulsport. Die Lage einzelner nutzbarer Sporthallen bedeute einen erheblich Transport- Zeit- und Planungsaufwand.
3. Vereinssport
Hier ist insbesondere aus Sicht der Fußballer die Sportflächen mit Kunstrasen ein Highlight und für eine Stadt wie Selm nicht selbstverständlich. Hier ist man voll des Lobes, dass die Stadt trotz der miesen Haushaltslage diese Möglichkeiten geschaffen hat.
Anders sieht es im Bereich Indoor aus. Hier traf ich doch vereinsübergreifend auch auf Unzufriedenheit und vor allem Besorgnis.
Die neu erbaute Zweifachturnhalle (sollte ja mal eine Dreifach werden) sei für möglichen “Meisterschafts-Sport” (z.B. Handball, Basketball, Volleyball) unbrauchbar, da kein Raum für Zuschauer (ebenso, wie die, aber wenigstens als Schulsporthalle ausgewiesene Halle in Bork).
Die Hallenkapazitäten seien schon für möglichen Vereinssport nur noch bedingt gegeben; Freiraum für planbaren Freizeit- oder Familiensport unmöglich.
Die Übungsstunden seien derart eingeschränkt, dass z.B. bislang vergebene Einheiten für Fußballvereine (Training Mini-Kicker, Alt-Herren in den Wintermonaten) fast gänzlich gestrichen worden seien.
Es kristallisierte sich bei vielen doch die Sorge heraus, dass bei den immer geringeren und zudem wegfallenden Sport-, Trainings- und Meisterschaftsmöglichkeiten einiger Vereine gezwungen sein könnten, den Betrieb einzustellen oder mit Vereinen aus anderen Kommunen zu fusionieren. Dies würde für viele Eltern aber eine neue logistische Herausforderung sein, da viele Eltern aufgrund von fehlenden_Zeit- und Transportmöglichkeiten nicht in der Lage sein würden, ihren Kindern die Teilnahme an ihrer Wunschsportart zu ermöglichen. Das wäre in Bezug auf die eh schon knappen Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche eine Katastrophe.
Aus meiner Sicht kommt die Sorge, dass die Sporthalle des LAFP wahrscheinlich, wie die anderen Sporthallen der Polizei im Lande bereits jetzt, demnächst nur noch für die polizeiliche Aus- und Fortbildung zur Verfügung stehen. Damit würden weitere Kapazitäten wegbrechen, ähnlich wie beim Schwimmen, hier ist die Schwimmhalle des LAFP schon mal für die nächsten Monate wegen Sanierung geschlossen.
Noch sind wir in der der guten Lage, über das 4Elements auch Schwimmunterricht anzubieten. 25% der Grundschüler in NRW haben keinen Zugang mehr zum Schwimmunterricht über die Schulen. Das ist fatal und das darf uns in Selm nicht passieren. Ein Hallenbad und das Freibad in Selm muss es auf jeden Fall geben. Man kann hier über Sanierung, Abriss oder Standort streiten, wichtig ist nur, dass diesmal nicht erst abgerissen und dann irgendwann neu gebaut wird, das muss wenn übergangslos erfolgen.
Fazit:
Der Sport ist einer der wichtigsten Bestandteile unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Er dienst nicht nur der Stärkung unseres Gesundheitssystems, sondern erfüllt viele gesellschaftliche Aspekte wie Integration und Sozialisation. Die Kommunen sind im übrigen verpflichtet, hier zu unterstützen.
Selm hält für seine Verhältnisse im Vereinssport sehr viel bereit und das gilt es zu schützen.
Wir haben mit dem Stadtsportverband einen über 4000 Mitglieder starken Verband mit sehr viel Kompetenz. Mir ist es bis heute ein Rätsel, warum man sich dieser Kompetenz nicht bei der Planung der neuen Sporthalle bedient hat. Dies sollte sich in Zukunft bei Entscheidungen in diesem Bereich ändern. Auch sind die Fördermittel, die die Stadt für den Bereich Sport erhält, nicht unerheblich. Auch hier würde ich mir bei der Verteilung den Verband zumindest in beratender Funktion wünschen.
Ich habe gestern meine Zusage, den bisher eingeschlagenen Weg der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Verband für den Falle meiner Wahl aus tiefstem Herzen gegeben. Sport war und ist nicht nur wegen meiner beruflichen Verwendung immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens gewesen, sondern auch als Ort wo Herkunft, Alter und Geschlecht keine Rolle spilen. Ich würde diesen Weg weiter gehen und in Sachen Beteiligung und vorhandenen Kompetenzen zum Wohle beider Seiten weiter ausbauen.
Ihr
Ralf Piekenbrock
Bürgermeisterkandidat der FAMILIE
für Selm